Rennsteig 2017 - Supermarathon

Der Rennsteig, eine der größten Laufveranstaltungen Europas, lädt jährlich tausende Läufer, Nordic Walker sowie Wanderer ein. Die Strecken verlaufen dabei auf dem Rennsteig, einem historischen Grenzweg durch den Thüringer Wald. Die gesamte Streckenlänge des Rennsteigs beläuft sich auf 170km. Neben dem GutsMuths-Rennsteiglauf gibt es noch weitere interessante Laufveranstaltungen entlang dem Rennsteig. Hier sei der Rennsteig-nonstop mit 168km und 2700 Höhenmetern genannt (http://www.rennsteig-nonstop.de/), der Thüringen Ultra mit 100km (http://www.thueringenultra.de/) und der Südthüringen Trail mit seinem Heldentrail über 64,9km (http://www.suedthueringen-trail.de/).

 

Die längste wählbare Wettkampfdistanz beim Rennsteiglauf, ist der Supermarathon mit seinen 73,1km. Hier starten die Teilnehmer früh 6:00 Uhr in Eisenach und laufen das gemeinsame Ziel in Schmiedefeld an. Der Zielort dient für nahezu alle anderen Distanzen ebenfalls als Zielort und wird für einen Tag zum Hotspot der Läuferszene.

Mein Rennsteig-Tag hat sehr früh begonnen (wie jedes Jahr). Gnadenlos klingelte der erste Wecker um 1:30 Uhr, während der Notfall-Wecker, mein Handy, bereits lauerte um um 1:35 Uhr nachzuhelfen, wenn es nicht beim ersten Weckruf geklappt hätte. Sicher ist sicher! Aber mein Wecker hatte gar nicht die Gelegenheit seinen Weckruf richtig zu entfalten. Ich war schneller und lies ihn mit einem gezielten Schlag auf die Snooz-Taste verstummen. Danach den Alarm noch ganz abschalten. Die Familie will ja in Ruhe schlafen können.

 

Der Count-Down für die Abfahrt läuft und ich habe 40 Minuten Zeit. Natürlich habe ich die gesamte Ausrüstung bereits am Vortag gepackt und alles zurecht gelegt. Schnell noch in die Laufkleidung hupfen, Kontaktlinsen anziehen und schon zeigt die Uhr an, dass es Zeit wird, alles in das Auto zu bringen und Mitläufer Nr. 1 (meinen Team-Kollegen Frank) im Nachbar-Ort einzusammeln. Er kommt aus Stuttgart und hat sich dort in einer Pension einquartiert. Wie geplant startet die Weiterfahrt 2:30 Uhr. Unterwegs in Schwallungen steigt noch Jens hinzu. Wir kennen uns bereits von mehreren Braveheart-Battle´s und für Ihn wird es der erste Rennsteiglauf auf der 73,1 km Distanz. Im übrigen für Frank auch.

Nahezu auf die Minute genau sind wir um 4:30 Uhr in Eisenach angekommen. Erster Stop ist nun die Startnummernausgabe. Der Saal leuchtet in einem auffälligen Gelbton, was sich auf dem kommenden Foto wiederspiegelt. Zu der frühen Stunde sind noch sehr wenige Läufer hier anzutreffen. Das soll sich wenig später ändern und die Teilnehmer stehen Schlange vor dem Gebäude. Während Jens und ich nur unsere Startnummern in Empfang nehmen müssen, muss sich Frank noch für den Lauf nachmelden. Ich empfehle jedem auch sein Bus-Ticket für den Rücktransport gleich hier zu lösen. Dann geht es bei der Heimfahrt in Schmiedefeld mit dem Bus schneller und man muss nicht nocheinmal Geld rauskramen.

Nachdem nun jeder mit seiner Startnummer ausgestattet ist, gehen wir wieder zum Fahrzeug zurück. In die erhaltenden Packsäcke kommen nun die Sachen, die man im Ziel haben möchte. Trockene frische Kleidung, Trinken etc. Der Veranstalter transportiert dieses Gepäck zum Ziel. Hier ist schon immer alles bestens organisiert.


Im Festzelt auf dem Marktplatz ist, nachdem wir vom Fahrzeug zurück kehren, schon reger Betrieb. Bis zum Start sind es nur noch 45 Minuten. Die Anspannung und innere Freude steigt gleichermassen an. Wie man auf dem linken Bild sehen kann ist ein großes Gewusel im Gang ;-)

Inzwischen hat sich Matthias noch zu unserem kleinen Trupp dazu gesellt. Ihn kenne ich von GGUT 2016. Wir werden uns auch 2017 dort wieder sehen. Ich habe dort noch eine Rechnung mit dem Lauf offen...

Das Warten hat ein Ende und wir zählen den Countdown für den Start schon Rückwärts. Endlich geht es los auf die 73km Strecke und mit jedem Schritt dem Ziel etwas näher.

Das Feld setzt sich durch das Städtchen Eisenach in Bewegung. Es dauert nicht lange und man begibt sich für längere Zeit auf einem Anstieg Richtung Rennsteig. Seit Jahren bin ich immer an dem Schild Ortsende Eisenach und 72km bis Schmiedefeld vorbei gelaufen. Dieses Jahr musste ich mir die Zeit für ein Foto nehmen.

Die Tage vor dem Lauf hat wohl jeder immer wieder den Wetterbericht gecheckt. So sehr wünschte ich mir schönes Wetter für den Rennsteiglauf. Und was soll ich sagen, wir wurden mehr als belohnt. Bereits am Morgen spitzte die Sonne raus und es war trocken mit perfekten Temperaturen. Die Natur präsentierte sich in prächtigen Farben. Stellenweise durchstreiften Nebelschwaden die Wälder und Sonnenstrahlen zeichneten sich durch die Bäume ab.

Ganz klar muss ich an dieser Stelle sagen, wer 2017 nicht dabei war, hat wirklich etwas verpasst!

Auf den ersten ca. 25 km flogen die Kilometer nur so an uns vorbei. Dieses Jahr läuft es sehr locker und entspannt für mich. Ziel ist ankommen und durch geringe Geschwindigkeit versuchen, Krämpfen vorzubeugen. Die Taktik hat auch perfekt funktioniert. Somit kann ich nächstes Jahr die Geschwindigkeit wieder ein bisschen erhöhen und schauen wie es wird.


Irgendwann haben wir dann den großen Inselberg hinter uns gelassen. Liegt dieser erst einmal hinter einem, hat man den Großteil der Höhenmeter hinter sich. Aber hier kann man es nun laufen lassen. Während Jens sein von Beginn an sein Zeitziel verfolgt wird sich Frank nun auch absetzen und das Tempo erhöhen. Ich dagegen werden weiterhin die Strecke und Natur genießen und konstant mit dem bisherigen Tempo weiter machen.


Direkt gefolgt vom großen Inselberg kommt ein wirklich steiler und langer Abstieg. Hier kann man ordentlich Gas geben. Es ist aber so steil, dass viel Energie aufgebraucht werden muss. Der Großteil der Läufer geht vorsichtig hinunter. Wir lassen es völlig laufen... Belohnt wird das ganze mit der nächsten Verpflegungsstelle die wie gewohnt sehr großzügig ausgestattet ist.

Irgendwann kommt dann die Halbzeit bei KM 37,5 auf der Ebertswiese. Hier kann man es auch etwas länger aushalten.

Kilometer 37,5 bis 60 verfolgen auch. Zwar nicht mehr so schnell wie die ersten 25km aber es ging. Kilometer 65 bis 70 allerdings vergingen wie in Zeitlupe! Hier hatte ich etwas zu kämpfen und Kilometer 70 wollte einfach nicht auf einer Tafel erscheinen. An der vorletzten Verpflegungsstelle saß ich kurz auf einer Bank und starrte in meinen Cola-Becher. Man redet sich gut zu und macht sich bewusst, dass es nicht mehr weit ist. Zähne zusammen beißen und weiter!

Im Ziel ist dann auch schon alles wieder vergessen. Die Strapazen der letzten 10 Kilometer sind verflogen. Alle sind zufrieden und erfolgreich im Ziel angekommen.

So sieht ein Finisher nach 73,1 km aus ;-)


Frank uns Jens (Frank links, Jens rechts auf dem Foto) haben eine spitzen Zeit von 8:30 Stunden hingelegt. Ich selber bin mit 9:30 Stunden ins Ziel eingelaufen. Die Anmeldung für 2018 ist natürlich auch schon erledigt und nun heißt es wieder 1 Jahr warten auf den 46. Rennsteiglauf...

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